FAQ Homöopathie Seite 3

Gibt es Risiken bei der homöopathischen Behandlung?

Der Einsatz von homöopathischen Mitteln darf trotz des Fehlens von chemisch nachweisbaren Wirkstoffen nicht als harmlos eingestuft werden. Die Reaktionen, die eine homöopathische Behandlung auslösen kann, sind genau zu registrieren und keinesfalls zu vernachlässigen. Besonders gilt dies für Menschen, die an seelischen Beschwerden leiden. Der Homöopath muss Symptomverbesserungen von Selbstheilungsvorgängen unterscheiden können. Dies setzt eine umfangreiche Kenntnis der Methode sowie Selbstkritik und Beobachtungsgabe seitens des Homöopathen voraus.

Was kosten homöopathische Behandlungen?

Die Solidargemeinschaft, also die gesetzlichen Krankenkassen, kommen für homöopathische Behandlungen nicht auf, da die Homöopathie zu den wissenschaftlich ungeklärten Behandlungsverfahren gehört. Privatkassen oder auch Zusatzversicherungen schließen in der Regel auch die Kosten für homöopathische Behandlungen mit ein.

Stimmt es, dass Homöopathie mit Placebo-Arzneien gleichzusetzen ist?

Da Homöopathie bei jedem Lebewesen, also auch bei Babys, Tieren und sogar Pflanzen wirkt, ist dies eindeutig mit nein zu beantworten.

Wie lange sind homöopathische Mittel haltbar?

Homöopathische Mittel sind unbegrenzt haltbar, solange sie sachgerecht gelagert werden. D.h. sie dürfen nicht dem Sonnenlicht oder elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sein, nicht über 50 Grad erhitzt werden und auch keinen Frost abbekommen.

Wie wird Homöopathie definiert?

Homöopathie ist die von Samuel Hahnemann entwickelte Kunst und Wissenschaft von medizinischer Vorbeugung und Therapie. Es ist eine ganzheitliche Heilmethode, bei dem der Homöopath dem Patienten aufgrund des Ähnlichkeitsprinzips eine homöopathische Arznei verschreibt. Diese Arznei passt genau auf das individuelle Beschwerdebild des Kranken.

Welche Erkrankungen werden homöopathisch behandelt?

Typische Anwendungsgebiete bei Erwachsenen sowie Kindern sind:

  • Hautkrankheiten und Erkrankungen des Hautanhangesbildes wie Neurodermitis, Psoriasis, Ekzem, Haarausfall, Erkrankung der Nägel

  • Atemwegserkrankungen wie akute und chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, Erkrankungen des Kehlkopfes, Nasennebenhöhlenentzündungen, Heuschnupfen

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Durchfallneigung, Stuhlverstopfung, Hämorrhoiden, entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Krohn, Kolitis ulcerosa), Colon irritabile (Reizdarm), Gastritis (Magenschleimhautentzündungen)

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie rheumatische Störungen, Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden, Gicht

  • Harnorganserkrankungen wie Reizblase

  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane wie Menstruationsprobleme, Schwangerschaftsbeschwerden, Wechseljahrsbeschwerden, bestimmte Formen von Unfruchtbarkeit (Sterilität), Prostatabeschwerden, funktionelle Potenzstörungen

  • Erkrankungen der Nerven und des Gemütes wie depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, Angstzustände, Panikattacken, Migräne, Nervenentzündungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Schulschwierigkeiten

Weiter können behandelt werden „burning out“ Syndrom, Allergien, wiederkehrende Infekte wie Ohren- oder Halsentzündungen, Impffolgen. Oft stellt Homöopathie auch eine Begleittherapie bei Tumorerkrankungen und schweren Autoimmunerkrankungen sowie bei bestimmten Unfall- und Verletzungsfolgen dar.

Bestimmte Faktoren wie eine geschwächte Konstitution, klimatische Einflüsse, Umweltverschmutzungen, genetische Aspekte, seelische Belastungen, Vergiftungen, Mangelerscheinungen oder zu wenig Schlaf können eine Erkrankung begünstigen. All diese Faktoren können von einer homöopathischen Behandlung unterschiedlich beeinflusst werden, sofern der Betroffene mitwirkt.

Übernimmt die Krankenkasse homöopathische Behandlungen?

Das ist abhängig davon, ob der Patient gesetzlich oder privat versichert ist. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel ohne Probleme. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine klassische homöopathische Behandlung im Allgemeinen nicht, ganz unabhängig davon, ob der behandelnde Arzt Kassen- oder Privatarzt ist. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von privaten Zusatzversicherungen, die einen Teil oder die komplette Summe der Therapiekosten für ärztliche Homöopathie übernehmen.

Wie sicher sind homöopathische Mittel?

Homöopathische Mittel werden in sub-physiologischen Dosierungen verabreicht. Sie enthalten keine Chemikalien oder Farbstoffe, haben keine Nebenwirkungen und können keine strukturellen Schäden anrichten. Homöopathische Mittel sind für Schwangere und auch für Kinder absolut sicher.

Sind Veränderungen der Lebensgewohnheiten bei einer homöopathischen Behandlung notwendig?

Änderungen in der Lebensführung sind erforderlich, wenn der Lebensstil zu den Krankheitsumständen beiträgt. Auf Dinge wie Kaffee, Tabak und Drogen sollte weitestgehend verzichtet werden, da sie die Wirkung einiger homöopathischer Substanzen einschränken oder gar ganz außer Kraft setzen. Die gewohnten Nahrungsmittel und der gewohnte Stress im Leben beeinflusst die Wirkung homöopathischer Mittel eher selten.

Was bedeutet „der homöopathische Patient“?

Menschen, die sich homöopathische behandeln lassen, leben bewusster, vermeiden krankmachende Dinge und Gewohnheiten. Wird ein solcher Mensch krank, vermeidet er Medikamente wie Cortison oder Antibiotika und bemüht sich aktiv um die Heilung, wobei er vom Homöopathen unterstützt wird.

Welche Stellung hat Homöopathie in Europa und der Welt?

Wie in Deutschland verbreitete sich die Homöopathie auch im damaligen Europa, besonders aber in Frankreich. Gegen 1920 fand die Homöopathie auch in den USA viele Anhänger. Heute ist Homöopathie ein fester Bestandteil der Medizin in fast allen europäischen Ländern. In Lateinamerika und in Indien ist Homöopathie nicht zuletzt wegen der preiswerten Arzneien weit verbreitet und offiziell anerkannt.

Was bedeutet „Ähnlichkeitsprinzip“?

Similia similibus curentur – Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden. Eine Beobachtung Hahnemanns, die zu einer Grundsäule der Homöopathie wurde. Hahnemann kam im Rahmen einer Arzneimittelprüfung zu der Erkenntnis, dass die Chinaringe als Heilmittel gegen Malaria selbst ein Fieber erzeugte und somit Malaria geheilt werden konnte. Dies ist der bekannteste Selbstversuch der Geschichte der Homöopathie.

Was ist eine „Arzneimittelprüfung“?

Bei dieser Prüfung nimmt eine bestimmte Anzahl von Testpersonen ein ihnen unbekanntes homöopathisches Mittel über einen längeren Zeitraum ein. In einer Art Tagebuch werden alle körperlichen und seelischen Veränderungen, die während der Einnahme auftreten, dokumentiert. Diese Erkenntnisse werden gesammelt und ausgewertet. Es entsteht ein sog. Arzneimittelbild, d.h. die Summe aller beobachteten Symptome an Körper und Seele. Der Homöopath kann anhand der Arzneimittelbilder nach Grundsatz des Ähnlichkeitsprinzips die homöopathische Arznei auswählen, die die Selbstheilungskräfte des kranken Menschen mobilisiert.