FAQ Homöopathie Seite 2
Wo liegen die Grenzen der Homöopathie?
Jede Heilmethode stößt irgendwo an ihre Grenzen, so auch die klassische Homöopathie nach Hahnemann. Sie kann grundsätzlich nur dort Heilung oder Linderung erreichen, wo dies physiologisch möglich ist. Irreparable Organveränderungen können auch mit Homöopathie nicht rückgängig gemacht werden.
Welche Stellung hat die Homöopathie innerhalb der Medizin?
Homöopathie ist ein staatlich anerkanntes alternatives Heilverfahren. Bisher waren für einen approbierten und klinisch erfahrenen Arzt drei Jahre intensive Weiterbildung nötig, um die Zusatzbezeichnung „Homöopath“ zu erlangen. Da die Homöopathie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht gewürdigt und nicht in das Kassensystem integriert wurde, kam es dazu, dass sich viele Ärzte als Privatärzte niederlassen mussten, um Homöopathie ernsthaft betreiben zu können.
Es gibt viele Unterschiede zwischen der Homöopathie und der Schulmedizin. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass bei einer guten homöopathischen Behandlung die Suszeptibilität, also die Empfänglichkeit oder Empfindlichkeit, für ein bestimmtest Krankheitsbild verringert oder beseitig werden kann. Durch die konventionelle Medizin werden die aktuellen Symptome beherrscht, die Tendenz zu erneuten Krankheitsschüben bleibt gleich. Durch homöopathische Behandlungen jedoch reduziert sich die Neigung, die Krankheit erneut zu entwickeln, d.h. Häufigkeit und Schwere der Krankheitsperioden nehmen ab. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass homöopathische Behandlungen ohne gefährliche Nebenwirkungen erfolgen. Immer wieder tauchen Behauptungen auf, dass die Effekte einer homöopathischen Behandlung auf Placeboeffekte zurück zu führen sind. Homöopathie wirkt jedoch auch bei Bewusstlosen, bei Säuglingen und bei Tieren. Eine Tatsache, die schwerlich durch Placeboeffekte erklärt werden kann.
Wie werden homöopathische Mittel eingenommen?
Homöopathische Arzneien gibt es in der Regel als Tropfen oder als Zuckerkügelchen. Welche Art der Verabreichung letztendlich gewählt wird, ist abhängig von der Potenzierung, der Behandlung und der Empfindlichkeit des Patienten.
Aus was bestehen homöopathische Arzneimittel?
Homöopathische Arzneien werden aus Pflanzen, tierischen Produkten und Mineralien gewonnen. Die Urstoffe werden nach unterschiedlichen Potenzstufen zu Tropfen, Tabletten oder Zuckerkügelchen (Globuli) verarbeitet. Die bekanntesten pflanzlichen Substanzen sind Arnika, Sturmhut, Tollkirsche, Küchenschelle. Tierische Mittel stammen u.a. von der Biene oder dem Tintenfisch. Calcium und Kieselsäure sind die bekanntesten mineralischen Substanzen.
Wie ist die Entwicklung der Homöopathie in Deutschland?
In Deutschland gibt es die Homöopathie seit ca. 200 Jahren. Zu Hahnemanns Lebzeiten gab es eine stetige Aufwärtsentwicklung, die von seinen Schülern weiter gefördert wurde. Die Bevölkerung sah dieser Entwicklung positiv entgegen, was Gründungen von Laienvereinen zur Folge hatte. Der „Zentralverein homöopathischer Ärzte“ ist die älteste medizinische Fachgesellschaft in Deutschland. Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart beispielsweise wurde von seinem Namensgeber ausdrücklich der Homöopathie zugeführt. Um 1900 befand sich die Homöopathie in Deutschland auf ihrem Höhepunkt. Die politischen Entwicklungen des 3. Reiches zwangen die Homöopathie jedoch zum völligen Stillstand. In den letzten Jahrezehnten erfreute sich die Homöopathie jedoch zusehends an Interesse. Homöopathen waren in der ehemaligen DDR von höchster politischer Stelle verpönt, jedoch nicht offiziell verboten.
In wie weit ist die Mitarbeit des Patienten bei der homöopathischen Behandlung von Bedeutung?
Bei einer homöopathischen Behandlung ist die Mitarbeit des Patienten von sehr großer Bedeutung, da die Anhaltspunkte zur Findung des richtigen Mittels ausschließlich nach seinen Angaben stattfinden. In dem ersten Gespräch von Homöopath und Patient wird nach scheinbar nebensächlichen Einzelheiten gefragt. Aus denen erhält der Homöopath jedoch wichtige Hinweise auf das biopsychische Reaktionsmuster des Patienten. Hinzu kommt, dass der Homöopath den Verlauf der Behandlung gründlich und kritisch beurteilt.